Apostelgeschichte 8, 4-25 Ein Halbbekehrter?

Eine seltsame Figur, dieser Simon. Er war ein heidnischer Zauberer, der die Menschen mit seinen Künsten in den Bann zog. Dann wird berichtet, dass er gläubig wurde und sich taufen ließ (V.13a). Allerdings schien er mehr von den Zeichen und Wunder angesprochen zu sein als von der Verkündigung des Philippus (V.13b). Kurz darauf wird er von Petrus verdammt und von der Gemeinschaft der Christen ausgeschlossen (V.20f), weil er sich die Gaben der Apostel mit Geld erkaufen wollte.

War er von Anfang an nicht „richtig“ gläubig? Dann wäre V.13a eine falsche Aussage. Oder hat er den Glauben so schnell wieder verloren? Aber wie kann das sein, dass jemand der ganz frisch sein Leben Jesus gegeben hat, gleich wieder auf Abwege kommt? Am Ende bleibt auch offen, ob er auf das Angebot der Buße wirklich eingeht. Seine Antwort darauf ist nicht eindeutig (V.24). War er nur ein Halbbekehrter, der noch nicht wirklich alles verstanden und erfahren hatte? Aber kann es ein halbe Bekehrung überhaupt geben? War die Taufe auf den Namen Jesu Christi keine gültige Taufe, weil dabei der Heilige Geist nicht vermittelt wurde (vgl. V.16)? Aber kann es „ungültige“ Taufen geben? Wenn ich mir der Zusage Gottes bei der Taufe nicht mehr sicher sein kann, dann gerät doch der ganze Glaube ins Wanken?!

Ich habe bei diesem Text mehr Fragen als Antworten. Er macht mir auf jeden Fall deutlich, dass unsere Erkenntnisse über Bekehrung, Wiedergeburt, Taufe und Gabe des Heiligen Geistes begrenzt sind. Wir können aus der Apostelgeschichte und dem Neuen Testament manche Zusammenhäge erkennen. Aber diese Geschichte von Simon macht deutlich, dass wir nicht immer alles in unser Raster passt.

| Bibeltext |

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