Apostelgeschichte 2, 22-28 Wer ist schuld?

In einem Satz bringt Petrus sehr differenziert die Frage nach der Schuld von Jesu Tod zur Sprache: „Diesen Mann, der durch Gottes Ratschluss und Vorsehung dahingegeben war, habt ihr durch die Hand der Heiden ans Kreuz geschlagen und umgebracht.“ (V.23) Sehr viel kürzer und dabei doch treffend kann man das nicht sagen.

Zunächst einmal hat Gott selbst seine Finger mit im Spiel. Jesu Tod war kein überraschender Betriebsunfall, mit dem Gott nicht gerechnet hat. Nein, sein Tod am Kreuz gehörte zu seiner Mission mit dazu. Aber deswegen können sich die Menschen nicht rausreden. Weder die Juden noch die Römer. Beide tragen Verantwortung – das macht Petrus durch seine schlaue Formulierung deutlich: Ihr (die angesprochenen jüdischen Zuhörer) habt ihn durch die Hand der Heiden (der Römer) ans Kreuz geschlagen und umgebracht.

Letztendlich bin auch ich selbst mitverantwortlich an diesem Tod. Denn auch für meine Schuld ist Jesus Christus am Kreuz gestorben. Das ist das Entscheidende an diesem Tod: er geschah nicht nur durch Andere, sondern vor allem für Andere. Und das Schlusswort zu diesem Tod spricht Gott selbst: er hat Jesus Christus auferweckt. Sein Tod war nicht das Ende, er war nicht vergeblich. Gott hat den Tod in seine Schranken gewiesen.

| Bibeltext |

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