Apostelgeschichte 2, 14-41 – Geistliche Predigt

Bei dieser ersten „Pfingstpredigt“ des Petrus wird für mich eine entscheidende Wirkung des Heiligen Geistes deutlich: Er schenkt die Fähigkeit Gottes Wort so zu predigen und auch zu hören, dass es wirklich trifft! Das interessante ist ja, dass die Reaktion auf die Pfingstereignisse selbst und auf das Reden in fremden Sprachen äußerst zwiespältig ist. Die einen spotten nur, die anderen sind verwirrt und ratlos (Apg. 2,12f). Erst nach der Predigt des Petrus ging es den Zuhörern durch’s Herz und sie waren bereit für ein Leben mit Jesus (Apg. 2,37).

Eine gute Beobachtung von Douglass fand ich, dass Petrus hier in seiner Predigt an Juden sehr viele alttestamentliche Zitate anbringt. Für die Juden war die Bibel eine selbstverständliche Autorität. Bei der apostolischen Predigt vor Heiden dagegen spielte das AT keine so offensichtlich zentrale Rolle mehr. Wobei es trotzdem, auch ohne explizite Zitate, die Grundlage der Botschaft bildete.

Dass der Heilige Geist die Schrift auslegt heißt also nicht, dass jede Predigt mit Bibelzitaten gespickt sein muss und dass die Predigt nur in einer Auslegung von Schriftzitaten besteht. Leider gibt es heute so manche Christen, denen eine Predigt nicht biblisch genug ist, wenn nicht ausdrücklich und offensichtlich Schriftauslegung darin geschieht. Das Problem ist, dass für viele normale Menschen heute die Bibel keinerlei Autorität hat (so wie für die Heiden damals). Reine Schriftauslegung ist für einen Menschen von heute totlangweilig. Deswegen müssen wir mit der Sprache von heute den Geist der Bibel lebendig werden lassen. Wenn dann dieses Bemühen um bibelferne Menschen als unbiblisch bezeichnet wird, dann ist das einfach nur tottraurig.

Bewerte diesen Artikel

3 Gedanken zu „Apostelgeschichte 2, 14-41 – Geistliche Predigt“

  1. „Deswegen müssen wir mit der Sprache von heute den Geist der Bibel lebendig werden lassen.“
    …wusste gar nicht, dass du Volxbibel-Fan bist 😉

    Interessant finde ich auch, dass einige alttestamentl. Zitate im NT von Jesus + den Aposteln eher frei und sinngemäss als wortgetreu zitiert werden (Beispiele bitte selber raussuchen), was will uns das nur sagen?…

    LG + Segen
    Bento

    1. Tja, hätten Jesus und die Apostel ein paar Jahre auf einer deutschen Uni Theologie studiert oder wären sie Mitglieder einer absolut bibeltreuen Gemeinde gewesen, wären diese „Ausrutscher“ sicher nicht passiert… 😉

  2. Kann man denn absolut bibeltreu und weniger absolut bibeltreu sein?
    Ich bin meiner Frau entweder treu oder nicht. Ein bisschen treu geht nicht. 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.