Apostelgeschichte 2, 14-21 Teilweise erfüllt

Hier tut Petrus etwas, was im Neuen Testament ständig geschieht: die Gläubigen deuten ihre Erfahrung mit Jesus oder hier mit dem Heiligen Geist vom Alten Testament her. Die Glaubenserfahrung spricht nicht für sich selbst, sondern muss auf dem Hintergrunde der Schrift gedeutet werden. Aufgefallen ist mir, dass in diesem Zitat aus Joel nur ein Teil im Pfingstgeschehen erfüllt wird. Gott gießt seinen Geist aus und die Empfänger „weissagen“ (oder wie die Gute Nachricht übersetzt: „werden zu Propheten“).

Joel spricht darüber hinaus davon, dass Zeichen an Himmel und Erde geschehen, dass die Sonne sich verfinstert und der Mond in Blut verwandelt werden soll. An Pfingsten haben zwar die Jünger wie Propheten geredet, aber Zeichen am Himmel, an der Sonne und am Mond geschahen nicht. Für Petrus bestand darin offenbar kein Widerspruch. Mit der Ausgießung des Geistes hat die Zeit begonnen, in der sich diese Prophezeiung des Joel erfüllt. Wie wir heute wissen, ist die Zeitspanne zwischen dieser ersten Ausgießung des Geistes und dem großen Tag der Offenbarung des Herrn (V.20, damit ist der Tag des Gerichts gemeint) doch recht lange. Aber auch das ist typisch für die Bibel: Prophetische Zusagen erfüllen sich meist nicht auf einen Schlag, sondern nach und nach. Gott hat seinen eigenen Zeitplan.

| Bibeltext |

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