Apostelgeschichte 1, 1-14 Nicht nach oben schauen

Der auferstandene Jesus muss bei seinen Jüngern noch einiges klar stellen, bevor er weg geht. Nachdem Jesus von den Toten auferstanden ist und er seinen Jüngern den Heiligen Geist verheißt, ist für die Jünger die logische Schlussfolgerung, dass Gott jetzt sein Reich aufrichten wird. Aus ihrer immer noch jüdischen Perspektive sprechen sie dabei nicht vom Reich Gottes, sondern vom Reich für Israel (V.6). Jesus betont dagegen, dass die Zeit der endgültigen Vollendung offen ist (V.7). Er betont weiterhin, dass die Jünger seine Zeugen sein sollen – nicht nur in Israel, sondern bis an die Enden der Welt. Das Reich Gottes hat also andere zeitliche und örtliche Dimensionen, als die Jünger das erwarten.

Mir gefällt besonders der Ausspruch der Engel nach Jesu Himmelfahrt: „Was steht ihr da und seht zum Himmel?“ (V.11) Die Reaktion der Jünger ist doch völlig normal und verständlich: Gerade eben war der Auferstandene noch da und dann wird er auf geheimnisvolle Weise „zusehends aufgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg.“ (V.9) Man spürt noch förmlich, wie Lukas mit der Formulierung kämpft, um dieses außergewöhnliche Ereignis zu beschreiben. Wie sollte man da nicht stehen bleiben uns nach oben schauen?!

Aber genau das ist nicht die Aufgabe von uns Christen: Stehen zu bleiben und nach oben zu schauen. Nein, wir sollen uns auf den Weg machen und Zeugen sein – bis an die Enden der Welt – und übrigens auch bis zum Nachbarn ;). Wir sollen nicht nach oben schauen und uns schon in der himmlischen Welt wähnen. Nein, wir stehen immer noch mit beiden Beinen auf dieser Erde und lassen uns vom Heiligen Geist in diesem irdischen Leben leiten.

| Bibeltext |

Bewerte diesen Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.