Anna Gavalda: Ein geschenkter Tag

Ein schönes kleines Büchlein! Manche mögen es vielleicht als ein bisschen rührseelig und spannungsarm empfinden. Aber mich hat das nicht gestört, ich hab es gern gelesen.

Es geht um vier Geschwister, die sich anlässlich einer Hochzeit in der Verwandtschaft wieder einmal treffen und noch einmal in die Welt ihrer gemeinsamen Kindheit eintauchen. Es ist so etwas wie der Abschied von dieser Vergangenheit. Ein melancholischer Glanz liegt über der Begegnung. Aber zugleich auch ein tiefe Zuneigung und Verständnis füreinander.

Dass das Ganze nicht völlig ins Kitschige abrutscht liegt an der Erzählkunst Gavaldas. Sie erschafft Charaktere mit Ecken und Kanten. Sie würzt die großen Gefühle mit Witz und Ironie. Ich mag ihre Art zu erzählen und ihre Unbekümmertheit, mit der sie sich auch an emotionsgeladene Geschichten heranwagt. Ich glaube nicht, dass wir in unserer Welt zu viel Gefühl haben – ja, wir haben zu viele oberflächliche und platte Gefühle, aber wer redet schon über das, was sein Herz wirklich bewegt, was ihm die Tränen in die Augen treibt, was ihn tief im Innern schmerzt oder zum jubeln bringt?

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