2. Petrus 3, 14-18 – Petrus vs. Paulus

Auch die Apostel waren nicht immer ein Herz und eine Seele. In Gal. 2,11-21 berichtet Paulus von einer Meinungsverschiedenheit mit Petrus und jetzt am Ende des zweiten Petrusbriefes stichelt Petrus gegen Paulus: Er bezeichnet Paulus zwar als einen „lieben Bruder“, aber er macht auch deutlich, dass er manches in seinen Briefen für schwer verständlich hielt und auch von „Unwissenden und Leichtfertigen“ leicht zu „verdrehen“. Paulus lehrt seiner Meinung nach also zu kompliziert und zu missverständlich!

Ich find’s beruhigend und auch irgendwie schön, dass wir in der Bibel solch eine Vielfalt von unterschiedlichen Sichtweisen auf das Evangelium haben. Wenn das nicht so wäre, dann müssten wir eigentlich an den vielen verschiedenen Kirchen und Gemeinschaften die es heute gibt verzweifeln. Aber wir sehen ja, dass es da von Anfang an Unterschiede gab und dass selbst die Apostel nicht in allem so hundertprozentig einig waren. Auch Petrus und Paulus waren nur Menschen und trotzdem hat sie Gott auf großartige Weise gebrauchen können.
Bibeltext

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2 Gedanken zu „2. Petrus 3, 14-18 – Petrus vs. Paulus“

  1. *hüstel*
    Hallo Jochen,

    ich finde deine Posts ja meistens sehr erfrischend und bereichernd, aber hier muss ich mal deutlich dagegen halten.

    Es ging bei Petrus und Paulus doch nicht um eine „Meinungsverschiedenheit“, sondern um Heuchelei – die wurde ans Licht gebracht und Petrus und alle Beteiligten so davon befreit. Wenn also Paulus diese Heuchelei aufdeckt und auch anprangert, dann läuft das für mich unter der Rubrik „habt aufeinander acht, denn jeder ist in Gefahr zu straucheln“!

    Wenn du dann noch andeutest, Petrus würde sozusagen im „Gegenzug“ nun sticheln, wenn er feststellt, dass einige Lehre des Paulus schwer verständlich ist (was ja wohl einfach ein Fakt ist), dann unterstellst du dem armen Petrus aber einen schlechten Charakter und sehr ungeistliches Verhalten.

    Das wir sowas heute allzu oft erleben und viele Auseinandersetzungen mit unlauteren Mitteln ausgetragen werden, ist leider nur zu wahr, doch das würde ich dem armen Petrus hier echt nicht unterstellen…

    Und sorry, den Bogen zu den „unterschiedlichen Gemeinschaften“ von heute (die z.T. sehr gegensätzliche Lehren vertreten), halte ich echt für entgleist und kann ich nicht nachvollziehen.
    Auch die Lauterkeit der brüderlichen Liebe würde ich keinesfalls in Zweifel ziehen, wie auch die heute leider oft angezweifelt werden muss.
    (hast du villt. auch nicht so gemeint, aber im Kontext kommt das so rüber)

    „Unterschiedliche Sichtweisen“, Schwerpunkte und Herangehensweisen – ja klar (Paulus sagt gelegtl. „mein Evangelium“) – aber in allen Lehrfragen finden wir doch – gottlob! – die Einheit im Geist, die wir heute so schmerzlich vermissen.

    Ich denke wirklich, wir sollten das keinesfalls als „normal“ hinstellen, und dürfen stattdessen lieber etwas beunruhigt über diesen Zustand sein!

    Ich hoffe du verstehst meinen Standpunkt und fängst nun nicht an zu „sticheln“.. 😉

    LG + Segen

    1. Hi Bento,
      klar kann ich deinen Standpunkt verstehen. Ich hab bei diesem Text nur ein wenig versucht, zwischen den Zeilen zu lesen. Das ist natürlich meine subjektive Interpretation und da kann es sein, dass ich den Bogen überspanne. 😉
      Mir ist auch klar, dass Petrus und Paulus in grundsätzlichen Lehrfragen übereinstimmen, aber ich denke schon, dass es auch zwischen ihnen gemenschelt hat… Das waren auch keine Superhelden, die immer nur aus reinster brüderlicher Liebe heraus gehandelt haben.
      Aber ob man das jetzt aus dieser Stelle herauslesen kann, darüber kann man streiten. Die Kommentatoren der Stuttgarter Erklärungsbibel sprechen zumindest auch davon, dass der kritische Unterton gegenüber Paulus nicht zu überhören sei.

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