2. Korinther 5, 16-21 – Neu

Ich finde, das ist einer der schönsten Abschnitte in der Bibel. Das sind wirklich große, herausfordernde und befreiende Aussagen, die Paulus hier macht. Wenn jemand in Christus ist, dann ist das Alte vergangen und er ist eine neue Kreatur. Da ist nicht nur ein neues Hobby dazu gekommen, da wurde nicht nur durch eine Schönheits-OP ein paar Fältchen wegoperiert, sondern mit Christus ist alles anders geworden!

Allerdings muss ich zugeben, dass ich an diesen großen Worten auch oft verzweifle. Denn es ist oft so wenig sichtbar und erlebbar, dass mit Christus alles anders geworden ist. Werden Christen durch ihre Bekehrung plötzlich zu besseren Menschen? Können wir durch den Glauben so ganz einfach all die schlechten, alten Angewohnheiten loswerden? Ich erlebe das anders: Da ist so viel altes in mir und in meinem Herzen, das ich eigentlich gerne loswerden würde. Da ist noch so vieles, was Gott ganz und gar nicht gefallen kann…

Und trotzdem gilt es: ich bin in Christus eine neue Kreatur. Und trotzdem lebt und wirkt Christus in mir. Auch wenn ich das nicht sehen kann. Auch wenn wir das oft nicht wahrnehmen. Wenn ich mich durch die Augen Gottes anschaue, dann ist tatsächlich so. Vieles von dem Alten ist vielleicht noch da – aber es zählt nich mehr, das Neue ist wichtiger, das Neue zählt.

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2 Gedanken zu „2. Korinther 5, 16-21 – Neu“

  1. Hey gute Gedanken, habe darüber letztens auch nachgedacht und da ist mir der Vers aus Gal. 2,20 irgendwie neu aufgegangen. Kannte den schon Ewigkeiten auswendig:
    „Soweit ich aber jetzt noch in dieser Welt lebe, lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat.“

    Das „soweit“ wie es in der Einheitsübersetzung steht, finde ich drückt das ziemlich gut aus. Soweit aber noch nicht alles bei mir sich verändert hat bzw. neu geworden ist und ich immer noch mit alten Gewohnheiten, Sünden etc. zutun habe, glaube ich trotzdem, dass ich ein neuer Mensch bin und heilig bin. Ich lebe das im Glauben, dass es irgendwann mal 100%ig bei mir aussehen wird und bis dahin Jesus auch für alles gestorben ist. Ich muss mich nicht krampfhaft anstrengen, sondern stück für stück gehen. Der Wunsch muss da sein, seinem Status als Heiliger den man vor Gott hat (Eph. 1,4) auch gerecht zu werden. Das ganze muss nur kein Krampf und ein Abmühen sein. Das bedeutet für mich Freiheit zu haben.

  2. Das gefällt mir, wie die Einheitsübersetzung da formuliert (hatte bis jetzt immer den Luthertext im Kopf). Da wird sehr schön diese Zerrissenheit deutlich, in der wir leben: Jetzt schon in Christus und ganz neu – aber zugleich doch auch noch in dieser Welt, mit vielen alten Gewohnheiten und Sünden.
    Und weil Christus für meine Sünden gestorben ist brauch ich darüber nicht zu verzweifeln, sondern „Stück für Stück“ und ohne „Krampf und Abmühen“ weiter in Richtung Heiligkeit unterwegs sein. Klingt gut!

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