2. Korinther 5, 1-10 – Loch im Herzen

Das beruhigt mich jetzt aber: Auch Paulus, der doch auf das Unsichtbare sehen möchte (2.Kor.4,18 – vgl. Post von gestern) wandelt noch nicht im Schauen, sondern im Glauben. Er richtet sein Leben zwar am Unsichtbaren, an Gott aus, aber auch für ihn ist Gott nur im Glauben und nicht im Schauen greifbar. Er schreibt sogar: „Solange wir im Leibe wohnen, weilen wir fern von dem Herrn“ (2.Kor.5,6) und „solange wir in dieser Hütte [=irdischer Leib] sind, seufzen wir und sind beschwert“ (2.Kor.5,4).

Also kennt auch Paulus diesen Weltschmerz und die Sehnsucht nach Vollkommenheit und Frieden. Er kennt dieses dunkle Loch im Herzen, das einen immer wieder spüren lässt: da fehlt doch noch was. Er kennt dieses Gefühl, wenn sich aus schmerzlichem Verlangen nach wirklicher Heimat die Eingeweide zusammenziehen.

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