2. Korinther 3, 17 – Freiheit

„Der Herr ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.“ (2. Kor. 3,17)

Wieder mal so ein vollgepackter und komprimierter Paulus-Satz. Zuerst einmal kann man hier sehen, dass Paulus zwar keine Trinitätslehre gekannt und gelehrt hat, dass ihm aber das geheimnisvolle Ineinander und doch Unterschiedensein von Vater, Sohn und Geist bewusst war. In dieser Formulierung macht er deutlich, dass der Herr, also Jesus Christus, und der Geist praktisch eine Einheit bilden. Zugleich kann man sie nicht einfach gleichsetzen, denn es ist ja der Geist des Herrn und nicht der Herr selbst. Interessant…

Aber noch viel spannender ist das Stichwort Freiheit. Was für eine Freiheit ist hier gemeint? Bin ich als Christ in der Weise frei, dass ich tun und lassen kann, was ich will? Ganz ohne Rücksicht auf andere oder auf Gott? Was bedeutet das eigentlich: Freiheit? Gibt es eine absolute Freiheit, oder ist nicht doch jeder an irgendwas gebunden (das fängt ja mit physikalischen Einschränkungen unserer Freiheit an: Jeder von uns ist z.B. an die Schwerkraft gebunden)?

Im Zusammenhang geht es ja um das Gegenüber von altem und neuen Bund, um das Gegenüber von Gesetz und Geist. Als Christen sind wir frei von gesetzlichen Forderungen. Wir müssen uns nicht durch Einhalten von gesetzlichen Regelungen vor Gott als gerecht erweisen. Wir sind gerecht – durch Jesus Christus. Die große Frage ist nun: Wie leben wir diese Freiheit? Theoretisch müssten wir so dankbar sein und so von Gott erneuert sein, dass wir freiwillig, aus Liebe und mit Freude so leben, wie Gott es für richtig hält – ganz ohne den Druck des Gesetzes. Aber habt ihr schon mal einen Christen gesehen, bei dem das wirklich funktioniert???

Ich lebe auf jeden Fall ständig in der Spannung: Einserseits weiß ich, dass ich eigentlich total frei bin und mir vor Gott nichts verdienen muss. Aber andererseits setze ich mich selbst wieder unter Druck und versuche ein Gottgefälliges Leben zu führen, weil ich merke: Von alleine passiert da nichts, wenn ich alles nur laufen lasse, wenn ich einfach nur meine Freiheit genieße, dann werde ich vom eisigen Wind meines selbstsüchtigen Ichs ganz weit weg vom Herzen Gottes geblasen.

2. Korinther 3, 17 – Freiheit
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6 Gedanken zu „2. Korinther 3, 17 – Freiheit“

  1. Warum wird der Name benötigt und warum die EmailADresse nicht veröffentlicht ,…
    Ich meine es könne auch genauso anders herum sein,…
    Meine Emqiladresse könne veröffentlicht werden , mein Name NICHT.
    *
    Soviel dazu.
    *
    Mir ist sch… gemein mistige
    Frustration, wenn man versucht sich um Dinge zu kümmern und Menschen
    denen man begegnet so tun als
    sei man vom Mars.
    Wenn Menschen nicht begegnen einem mit Liebe und , Liebe wenbiger als wichtig erachten als Macht!
    Menschen wollen bemächtigt sein.
    *
    Es ist ein AUFWÜHLENDES Elend
    in bestimmten Situationen übergangen zu sein.
    und dann fragt man sich WO
    , .. WO hilfst DU MIR JETZT HERR
    Ich WARTE seit Mindestens
    4 Jahren

    und DU sagst DU wilsst Hilfe schaffen dem der sich danach sehnt

    Ich möchte dass gelingt das NÖTIGE was ich tun muus , ABER WENN
    es nicht weitergeht ist das
    VOLL behindert…

    und dann sagt aDein Wort auch noch zu mir

    “ Selig ist wer sich NICHT an mir ärgert “

    Warum gibt mir der Hausmeister kein **** ??
    Es sind ***** frei und die Studenten bekommen alles.

    WO ist Deine Hilfe zu mir HERR
    ich muus immerdie gleichen Bahnen gehn .

    Und man hilft mir NICHT!!
    Ich hab KEINE LUST mehr zu warten , und mein Leben
    an mir vorbeiziehn zu lassen.

    Es geht so nicht

  2. Lieber Eric,

    du hast sehr gute Ansätze offen zu reden! Auf jeden Fall mehr wie viele andere Menschen!
    Aber leider nur Ansätze?
    Was ängstigt dich so sehr, dass du deine Denkansätze und deine Probleme nicht wagst konkret aus zu sprechen?
    Würde dies vielleicht das Ende des Selbstmitleids bedeuten?
    Würde dies vielleicht von dir ein Wagnis verlangen, dem du nicht glaubst gewachsen zu sein?
    Dieser Gott, den du zitierst hat kein Interesse an Glaubens-Feiglingen.
    Da kannst du noch viele Male 4 Jahre warten und du wirst trotzdem weiterhin im Kreise laufen.
    Mag sein, dass man dich getäuscht hat mit der religiösen Lehre – dass das Leben dem Lustprinzip gehorcht?
    Aber wie du schon bei Adam und Eva nachlesen kannst führt dies nicht in die FREIHEIT sondern in ein angsterfülltes, beschämendes „Versteckspiel“.

    Liebe Grüße
    Elmar

  3. Ha – zu dem Problem bin ich auch schon gekommen. Hab eine richtige Sehnsucht danach irgendwie diese Sache zu klären.

    Talente habe ich genug, nur wozu verwenden ohne das es „der tod“ ist. 😉

    Gruss

    Templarii – recongoscere.wordpress.

    1. Welche Talente denkst du genug zu haben?
      Wie richtig ist deine Sehnsucht?
      Was ist größer – das Bewußtsein deiner Talente oder deine Sehnsucht?
      Natürlich steht es dir frei zu warten bis es in der Ewigkeit geklärt wird!
      Allerdings solltest du bedenken, dass es dann keine Umdenk- und Handlungsmöglichkeit mehr gibt.
      Entweder du erklärst dich bereit deine Talente eventuell sterben zu lassen oder deine Sehnsucht nach der Wahrheit.
      Falls du dich für den Tod deiner Sehnsucht entscheidest genieße dein momentanes Leben noch in vollen Zügen.

      Liebe Grüße
      Elmar

  4. „Ich lebe auf jeden Fall ständig in der Spannung: Einserseits weiß ich, dass ich eigentlich total frei bin und mir vor Gott nichts verdienen muss. Aber andererseits setze ich mich selbst wieder unter Druck und versuche ein Gottgefälliges Leben zu führen, weil ich merke: Von alleine passiert da nichts, wenn ich alles nur laufen lasse, wenn ich einfach nur meine Freiheit genieße, dann werde ich vom eisigen Wind meines selbstsüchtigen Ichs ganz weit weg vom Herzen Gottes geblasen.“

    Ist nicht Gott denen besonders nahe, die ganz weit von Ihm weg sind ?

    Roman

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