2. Korinther 12, 1-10 – Ein Schwächling

Um so schwach zu sein wie Paulus muss man ganz schön stark sein. Das ist ja eine paradoxe Sache. Paulus sieht sich selbst als schwach: Damit meint er sich als ganz normaler natürlicher Mensch. Er weiß, dass er in den Augen der Welt kein besonders toller Hecht ist. Er weiß, dass er kein begnadeter Rhetoriker ist, wie manche andere. Er kennt nur zu gut seine körperliche Schwäche, die ihn immer wieder plagt (V.7: Pfahl im Fleisch). Er weiß: er kann nichts. Wenn er etwas zustande bringt, dann nur durch die Kraft Gottes.

Gerade in diesem Vertrauen liegt seine Stärke. Es ist nicht einfach, sich selbst aufzugeben, nichts selbst machen zu wollen, sondern in allem nur auf Gott zu vertrauen. Es ist nicht einfach, weiter auf Gott zu vertrauen, selbst wenn Gebete nicht erhört (zumindest nicht so wie sich das auch ein Paulus gewünscht hat: Er wäre seinen „Pfahl im Fleisch“ auch gern losgeworden – aber Gott wollte nicht…).

Nach außen hin Stärke zu demonstrieren ist auch heute noch einfacher, als vor anderen seine Schwäche einzugestehen. Schwach sein kann ganz schön weh tun. Schwach sein macht angreifbar. Die Schwächlinge sind schon in der Schule ein beliebtes Opfer…

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