1. Timotheus 5, 1-16 Hauptamtliche Beterinnen

Anscheinend gab es in der Gemeinde des Timotheus so etwas wie einen von der Gemeinde offiziell anerkannten Witwenstand, der wohl mit gewissen Rechten und Pflichten verbunden war. Zu diesem Stand – oder kann man schon sagen, dass es ein Amt war? – musste man auserwählt werden (V.9) und hatte bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen: die Witwen mussten über 60 Jahre alt sein, sie durften nur die Frau eines einzigen Mannes gewesen sein und sie mussten ein vorbildliches christliches Leben führen. Jüngere Witwen sollten besser wieder heiraten (V.14). Es ist anzunehmen, dass die anerkannten Witwen von der Gemeinde versorgt wurden und dafür dann Zeit hatten zum Gebet (V.5). Also so etwas wie hauptamtliche Beterinnen!

Ich finde das für die damalige Zeit eine tolle Regelung. Witwen standen am Rand der Gesellschaft, sie mussten oft um das Überleben kämpfen, weil sie keinen Mann hatten, der sie versorgt. Dieses Witwenamt gab ihnen die Möglichkeit, nicht mehr am Rand stehen bleiben zu müssen, sondern sich selbst sinnvoll in die Gemeinschaft einzubringen. Das ist doch genial: auch die scheinbar Schwachen dürfen und sollen sich mit ihren Gaben in die Gemeinschaft einbringen! Die Witwen sind nicht wertlos und unwichtig, sie sind nicht eine soziale Laste, welche die Gemeinschaft zu tragen hat, sondern sie sind als Beterinnen das verborgene Herzstück der Gemeinde.

| Bibeltext |

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