1. Timotheus 4, 1-5 Ein heiliges Leben

An dieser Stelle werden die Auffassungen der Irrlehrer am deutlichsten: Sie gebieten nicht zu heiraten und bestimmte Speisen zu meiden. Sie wollen also durch enge Grenzziehungen für ein heiliges Leben sorgen. Der geistliche Mensch soll sich nicht durch irdische Dinge „beschmutzen“. Die Antwort darauf ist deutlich: „Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird.“ (V.4)

Welche Einstellung habe ich zur Welt? Habe ich Angst mich zu beschmutzen? Oder sehe ich sie als gutes Geschenk Gottes? Natürlich kennt auch die Bibel klare Grenzziehungen, z.B. die zehn Gebote. Das werden klare Grenzen aufgezeigt und gesagt: es ist nicht gut für deinen Nächsten, für dich selbst und für deine Beziehung zu Gott, wenn du diese Grenzen überschreitest.

Aber der eigentliche Kern biblischer Ethik sind nicht die negativen Grenzziehungen, sondern die positive Ausrichtung auf Gott. Wenn ich mich auf Gott ausrichte und auf ihn schaue, dann bin ich auf dem richtigen Weg. Gott ähnlicher werde ich nicht dadurch, dass ich das Negative, das Böse meide, sondern dadurch, dass ich mich am Positiven, am Göttlichen ausrichte. Das ist eine unterschiedliche Lebens- und Glaubensausrichtung: geht es vor allem darum keine Fehler zu machen, um es sich mit Gott nicht zu verderben oder geht es darum voller Freude und Dankbarkeit auf Gottes Güte zu schauen?

| Bibeltext |

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