1. Thessalonicher 1, 1-10 Glaube, Liebe, Hoffnung

Der 1. Thessalonicherbrief ist der älteste erhaltene Paulusbrief. Er ist um 50 n.Chr. geschrieben worden und er ist damit auch das älteste Buch des Neuen Testaments. Das heißt, dass sich höchsten zwanzig Jahre nach der Kreuzigung Jesu der christliche Glaube schon weit ins römische Reich hinein verbreitet hat. Wenn man das rein menschlich-historisch erklären will, dann ist das gar nicht so einfach. Denn das Christentum wurde ja nicht von mächtigen und einflussreichen Leuten von oben herab erzwungen, sondern er hat sich von unten her selbst verbreitet. Wenn man nicht an eine Auferstehung Jesu glaubt, dann wäre das eine erstaunliche Leistung von einigen verängstigten jüdischen Jüngern, die ihren Anführer verloren haben.

An diesem Beginn des Briefes hat mich vor allem die Zusammenstellung von Glaube, Liebe und Hoffnung angesprochen. Diese drei Worte tauchen ja bei Paulus noch an anderer Stelle auf (1. Kor. 13,13). Diese drei Worte allein klingen relativ harmlos und angenehm. An dieser Stelle im Thessalonicherbrief macht Paulus deutlich, dass Glaube, Liebe und Hoffnung kein sanftes Ruhekissen ist, sondern uns einiges abverlangt. Paulus schreibt vom „Werk des Glaubens“, von der „Arbeit in der Liebe“ und der „Geduld der Hoffnung“ (V.3). Oder nach der Neuen Genfer Übersetzung erinnert er sich daran, „wie entschieden ihr euren Glauben in die Tat umsetzt, zu welch unermüdlichem Einsatz ihr aus Liebe bereit seid und wie standhaft euch die Hoffnung macht“. Das klingt nicht harmlos und bequem, sondern ganz schön anstrengend.

Aber trotzdem: Wenn das alles nur menschliches Mühen gewesen wäre, dann wäre es für andere sicher nicht so anziehend und überzeugend gewesen. Dass sich der Glaube an Jesus Christus trotz schwieriger Ausgangslage so erfolgreich weiter verbreitet hat, ist mehr als das Ergebnis menschlicher Anstrengung. Da steckt eine Kraft dahinter, die aus Glaube, Liebe und Hoffnung etwas Größeres als menschliche Tugenden macht.

| Bibeltext |

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