1. Petrus 5, 1-4 – Frühchristliche Gemeindeleitung

Ein paar interessante Sätze zum Thema Gemeindeleitung. Zunächst ist festzuhalten, dass Petrus die Ältesten der Gemeinde anspricht, also mehrere Personen. Nicht ein Pastor (lat. für Hirte) oder ein Gemeindeleiter, sondern ein Team von Presbytern (griech. für Älteste). Nun kann man nicht von einer Stelle aus ein ganzes System für Gemeindeleitung entwickeln – aber ich finde es doch sehr spannend, dass schon in der damaligen, antiken Welt christliche Gemeinden als Team geleitet werden konnten.

Die Ältesten werden dann mit Hirten verglichen, die sich um ihre Herde kümmern sollten. Ein ganz schön herausfordernder Vergleich. Denn eigentlich ist ja Gott selbst unser Hirte (Ps. 23) bzw. Jesus bezeichnet sich als der gute Hirte (Joh.10,11)!

Interessant fand ich auch, dass Petrus es für nötig hält, die Gemeindeleiter dazu aufzufordern, ihre Aufgabe nicht gezwungen, sondern freiwillig zu tun und dass sie es nicht tun sollen, um sich zu bereichern. Warum sagt er das? Doch nur deswegen, weil das wohl damals auch schon ein Problem und eine Gefahr war. Dieses Bild von der reinen und perfekten Urgemeinde, die alles besser gemacht hat als wir heutigen, ist eine romantische Verklärung.

Schließlich noch: Es geht nicht darum, über andere zu herrschen („nicht als Herren über die Gemeinde“), sondern es geht darum, Vorbilder zu sein (V.3). Also Gemeindeleitung durch Vorbild Sein!
Bibeltext

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