1. Petrus 4, 12-19 – Juhu, es geht mir schlecht!

Das sind schon fremdartige Gedanken, die hier formuliert werden: „Freut euch, dass ihr mit Christus leidet“ (V.12). Normalerweise freuen wir uns doch, wenn Gott unser Leben leichter und angenehmer macht, wenn er uns hilft, uns heilt, uns Segen schenkt. Petrus aber sagt: „Freut euch, wenn ihr mit Christus leidet. Lasst euch von diesem Leiden nicht befremden, auch wenn euch darin Gottes Handeln fremd erscheint. Gerade wenn ihr leidet, seid ihr Christus besonders nahe.“

Heißt das im Umkehrschluss auch, dass wir Leiden suchen sollten, dass wir eigentlich traurig sein sollten, wenn es uns so gut geht, wenn unser Bauch immer dicker wird, wenn wir ganz ohne Hindernisse und Anfeindung unseren Glauben leben können? Ich denke mit solchen Umkehrschlüssen muss man vorsichtig sein. Nicht jede Aussage ist dafür geeignet. Petrus schreibt an Christen, die in dieser Verfolgungs- und Anfeindungssituation drin stecken. Er ermutigt sie dazu, im Leiden die besondere Nähe Gottes zu suchen. Daraus kann ich aber nicht automatisch den Umkehrschluss ziehen, dass wir diese Situationen von uns aus suchen und herbeiwünschen sollten.

Aber auch ohne solche Umkehrschlüsse stellen diese Verse so manche Bequemlichkeit meines Wohlstandschristentums gehörig in Frage. Wie ist das wenn ich down bin, wenn ich erschöpft und müde bin, wenn ich gefrustet bin von Gott und der Welt, wenn mein Glaube so wenig zu bewegen scheint, wenn in unserer Welt einfach kein Hunger nach Gott da ist…? Kann ich mich dann freuen, dass ich mit Christus leide?
Bibeltext

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Ein Gedanke zu „1. Petrus 4, 12-19 – Juhu, es geht mir schlecht!“

  1. ..ja, spannende Frage!

    Ich denke wir müssen hier beachten, dass die Leiden Christi niemals schlechte Laune, Frust, Depression, Krankheit, Fettleibigkeit oder materieller Mangel waren, sondern dass ALLE Seine Leiden aus dem Unglauben der Welt hervorgehen!

    Und genau darin kann sich ja auch die Herrlichkeit Seiner Stärke in uns offenbaren, dass wir nicht mit der Welt rumjammern müssen und Gott anklagen, sondern dass wir mit unserem Leben Gott den Vater loben und verherrlichen.

    Wir sollten wirklich keine Leiden suchen, sondern dankbar sein für alles Gute, das von Ihm kommt, aber auch nicht überrascht sein, wegen der Lieblosigkeit und den Anfeindungen, die aus der Welt kommen.
    Gott wohnt im Lobpreis Seines Volkes!

    Segen

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