1. Petrus 3, 8-12 – mit-leiden

Bin bei diesem Abschnitt vor allem an einem Wort hängen geblieben: „mitleidig“. Wir sollen mitleidig sein. Moderne Übersetzungen umschreiben das gerne mit „Mitgefühl haben“, aber ich finde dieses „mitleidig“ gar nicht schlecht. Es ist im Grunde eine ganz wörtliche Übersetzung aus dem Griechischen. Dort steht „sympathäs“: Damit ist nicht die im deutschen so flach klingende Sympathie gemeint, sondern „Pathos“ bedeutet: Leid und Leidenschaft. Es geht also wirklich ganz wörtlich um das mitleiden. Kein überhebliches, mitleidiges herunter schauen auf jemand, sondern das mit dem anderen leiden und tragen, sich in das Leid des anderen hinein begeben und im zur Seite stehen.

Ich finde es klasse, wenn andere wirklich mitleiden können. Und zwar nicht nur so tun, sondern wirklich mit dem anderen leiden und dem anderen dadurch etwas was von der Last abnehmen. Allerdings sehe ich auch bei so manchen Christen die Gefahr, dass sie im Mitleid ertrinken. Dass sie sich das Leid anderer so sehr ans Herz gehen lassen, dass sie selbst keine Kraft und Energie mehr haben. Aber wenn man sich dann vom Leid des anderen selbst in den Strudel der Verzweiflung ziehen lässt, dann ist das Mit-Leiden keine wirkliche Hilfe mehr…
Bibeltext

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