1. Petrus 1, 16-21 – Alles hört auf mein Kommando!

Diesen Abschnitt hab ich beim ersten Lesen etwas falsch verstanden. Petrus berichtet von dieser wundervollen Erfahrung der sogenannten Verklärung Jesu: Petrus, Jakobus und Johannes waren mit Jesus auf einem Berg und plötzlich erscheint Jesus in strahlendem Licht. Die Jünger hören die Stimme Gottes, die ihnen sagt, dass Jesus sein Sohn ist (Muss ’ne geniale Erfahrung gewesen sein!). Dann schreibt Petrus: „Umso fester haben wir das prophetische Wort und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet“ (V.19). Ich dachte zuerst, hier geht es um die Autorität des Petrus: Er hat Jesu Herrlichkeit gesehen und nun sollen alle auf seine prophetischen Worte hören.

Aber beim genaueren Hinsehen kann man feststellen, dass Petrus nicht von seinen eigenen Worten redet, sondern dass es ihm um die prophetischen Worte des Alten Testaments ging. Diese Prophezeiungen haben sich in Jesus erfüllt und deswegen tun wir gut daran, auf die Worte der Propheten zu achten. In diesem Sinn verstehen viele Kommentare und auch viele Übersetzungen diese Stelle. Das macht auch Sinn, da es gleich in V.20 auch um Weissagungen in der Schrift geht.

Tja, da wollte ich dem armen Petrus doch gleich wieder Egomanie und Autoritätssucht vorwerfen. Aber auch Petrus ist nur jemand, der aus der Schrift lebt und der seine Erfahrungen mit Jesus auf dem Hintergrund der Schrift deutet und versteht… Er sagt eben nicht: „Alle hört auf mein Kommando!“, sondern er sagt: „Ihr tut gut daran, wenn ihr auf die Prophezeiungen der Schrift hört und ihr euch davon trösten und ermutigen lasst!“Bibeltext

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