1. Petrus 1, 1-2 – Fremdlinge

Nach den Psalmen jetzt wieder was neutestamentliches (und nicht ganz so langes… 😉 ): Die Petrusbriefe. Der erste Brief geht gleich spannend los: Petrus spricht die Empfänger nicht als „liebe Brüder und Schwestern“ an oder als „liebe Gemeinde“, sondern als Fremdlinge. Das erinnert zum einen an die Glaubensväter Israels, die als Fremdlinge im Land Kanaan gelebt haben (1. Mo. 23,41; 26,3). Zum anderen macht es deutlich, dass wir Christen hier auf dieser Welt nicht unser eigentliches zu Hause haben. Wir sind Fremdlinge. Wir sind nur zu Gast. Wir sind nur auf der Durchreise.

Natürlich darf und soll man sich auch als Fremdling in seinem Gastland wohl fühlen und es sich gemütlich einrichten. Aber der Fremdling weiß doch immer im Hinterkopf: „Meine eigentliche Heimat ist woanders. So richtig zu Hause fühlen werd ich mich hier nie. Ich werde immer ein Stück weit fremd bleiben. Dieses seltsame Gefühl im Herzen, dass da noch was fehlt, das wird erst anders wenn ich zu Hause beim Vater bin.“ Ich kenn dieses Gefühl irgendwie. Ich lebe gerne hier. Und es geht mir eigentlich richtig gut: Ich hab einen Job, der mir Freude macht, eine tolle Familie und bin gesund. Und doch fühl ich mich so manches mal fremd auf dieser Welt. Irgendwas fehlt noch…

Noch eine andere Formulierung hat mich in diesen zwei Versen angesprochen (erstaunlich, wie viel Inhalt Petrus in diese paar Begrüßungsworte legt!): Gott hat die Empfänger durch die Heiligung des Geistes ausersehen „zum Gehorsam und zur Besprengung mit dem Blut Jesu Christi“ (V.2) Wozu sind wir Christen bestimmt? Zum Gehorsam und zur Besprengung mit dem Blut Jesu. Mit der Blutbesprengung ist gemeint, dass wir Anteil haben an Jesu Tod am Kreuz. Sein vergossenes Blut erwirkt Vergebung. Sehr eindrücklich, wie hier auf engstem Raum Zuspruch und Anspruch des Evangeliums verknüpft sind: Es wird uns die Vergebung zugesprochen, wir sind durch Jesus frei von Sünde, haben Frieden mit Gott. Zugleich hat Gott den Anspruch, dass wir ihm gehorsam sind, dass wir nicht einfach tun und lassen was wir wollen, sondern dass wir nach seinem Willen fragen und unser Leben nach diesem guten Willen Gottes gestalten.
Bibeltext

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