1. Korinther 9, 24-27 – kämpfen

Christsein als Kampf. Nicht jeder wird den Siegespreis gewinnen. Wer gewinnen will muss kämpfen, muss sich einschränken, muss trainieren, muss auf bestimmte Dinge verzichten, weil sie schlecht für die Fitness sind. Jedes mal, wenn mir diese Verse begegnen, fühlt ich mich unwohl. Ich will nicht kämpfen, ich bin zu bequem, zu faul, zu träge. Und ich will auch kein verbissener, harter Christ sein, der sein Glaubensleben nur besteht indem er die Zähne zusammenbeißt und sich durchkämpft.

Aber manchmal muss Kampf sein. Man muss wissen wo man kämpfen muss und wo man sich zurücklehnen muss und sich von Gott beschenken lässt (wobei es natürlich auch beim Kampf Gott ist, der den Sieg schenkt). Ich habe gestern ein interessantes Video gesehen von einem Agnostiker, der angeblich ein ziemlich komisches Experiment gemacht hat: Er versuchte ein Jahr lang wortwörtlich alle Gebote der Bibel zu erfüllen. Das macht ja eigentlich keinen Sinn, wenn man nicht an den Gott glaubt, der hinter diesen Geboten steht. Und so sind manche Aussagen auch etwas seltsam. Aber eine Sache ist mir vor allem hängen geblieben: Dieser Mann sagt, dass seine äußeren Handlungen (also seine Versuche, den biblischen Geboten zu folgen) auch seine innere Einstellung verändert hat. Wir denken ja normalerweise anders herum: erst muss die innere Einstellung stimmen, dann kann ich mich auch nach außen hin anders verhalten. Er machte die entgegengesetzte Erfahrung: Äußere Handlungen, zu denen ich mich zwinge, verändern mit der Zeit auch meine innere Einstellung.

Hochinteressant, wenn es um das Thema Christsein als Kampf geht: Veränderung geschieht nicht nur dadurch, dass ich bete und warte, dass Gott mich verändert, sondern sie kann auch so geschehen, dass ich mich zu gewissen äußeren Handlungen zwinge und durchringe – und Gott gerade dadurch auch mein Inneres verändert.

Hier noch das Video:

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