1. Korinther 6, 1-11 – Mut

Wie schon im vorigen Kapitel spricht Paulus hier Dinge an, die ihm in der Gemeinde in Korinth gar nich passen. Die Korinther scheinen ja ein recht streitsüchtiges Völkchen gewesen zu sein. Nicht nur dass es unterschiedliche „Fan-Gruppierungen“ für unterschiedliche Leitungspersönlichkeiten gab (vgl. 1. Kor.1,10-17), es gab wohl auch Rechtsstreitigkeiten unter den Christen. Paulus sagt: Ihr sollt eure Streitigkeiten innerhalb der Gemeinde klären und damit nicht vor ein weltliches Gericht gehen.

Es ist schon schlimm genug, daß ihr miteinander rechtet. Warum laßt ihr euch nicht lieber Unrecht tun? Warum laßt ihr euch nicht lieber übervorteilen? (1.Kor.6,7)

Tja, warum wohl? Weil jeder Recht haben will und keiner nachgibt. Sich lieber Unrecht tun lassen, als mit dem Bruder oder der Schwester in einen richtigen Streit zu kommen – das ist schwer. Das widerspricht unserem Gerechtigkeitsempfinden. Nicht nur uns heute, sondern auch den Korinthern damals schon. Man kann leicht über Demut reden, aber diese Demut leben, auch wenn man selbst im Recht ist und vom anderen über den Tisch gezogen wird, dazu gehört viel (De-)MUT. Vielleicht hilft’s ja, wenn wir daran denken, dass wir dadurch Jesus ähnlicher werden, denn der hat sich auch Unrecht tun lassen, um Frieden herzustellen. Er ist diesen Weg der Demut über die Schmerzgrenze hinaus gegangen.

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