1. Korinther 4, 6-13 – Verrückte Christen

Paulus wehrt sich gegen die Überheblichkeit und „Aufgeblasenheit“ der Korinther. Sie wähnen sich scheinbar schon am Ziel, sie denken sie herrschen jetzt schon mit Chritus. Paulus stellt diesem Wunsch- und Zerrbild eines Lebens als Christ schonungslos seine Realität als Nachfolger des Gekreuzigten gegenüber: „Wir sind Narren um Christi willen“, wir sind schwach, verachtet, leiden Hunger, Durst und Blöße, werden geschlagen, haben keine feste Bleibe, wir werden verfolgt, geschmäht und verlästert. Kurz gesagt: „Wir sind geworden wie der Abschaum der Menschheit, jedermanns Kehrricht.“ – Wir sind in den Augen der Welt der letzte Dreck.

Da bleibt nicht viel übrig von unserem schön zusammen gezimmerten Wohlfühl- und Mittelstandsevangelium. Da wird deutlich, wie weichgespült unsere Botschaft und vor allem unser Leben als Christ ist. Meins zumindest! Von dieser Radikalität und Hingabe bin ich meilenweit entfernt. Ich hab angefangen das Buch „Ich muss verrückt sein, so zu leben. Kompromisslose Experimente in Sachen Nächstenliebe“ von Shane Claiborne zu lesen. Shane macht genau das deutlich: Wie sehr wir westlichen Christen die Radikalität des gelebten Evangeliums verharmlosen und verleugnen. Wir rennen von Event zu Event, von Dienstleistung zu Dienstleistung, um uns einen besonderen christlichen Kick zu besorgen. Wir leben ein Evagelium der Pop-Kultur. Und wir kommen gar nicht auf die Idee um Christi willen Narren zu sein.

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