1. Korinther 4, 14-21 – Dynamit

„Das Reich Gottes steht nicht in Worten, sondern in Kraft.“ (1.Kor.4,20)

Na toll! Vorher hat Paulus noch geschrieben, dass das Wort vom Kreuz eine Gotteskraft ist (1.Kor.1,18) und jetzt sagt er, dass das Reich Gottes nicht in Worten besteht. Ja, ist schon klar – er meint hier die selbstherrlichen und eingebildeten Worte mancher Korinther. Aber ich frag mich trotzdem: Worin besteht denn jetzt die Kraft Gottes? Wie und wodurch kommt sie bei uns zur Wirkung? Ist die Kraft Gottes, dass wir – ähnlich wie Christus am Kreuz – Leid, Enttäuschung und Schwachheit ertragen können, ohne innerlich draufzugehen? Besteht die Kraft darin, einfach den ganzen Müll unserer gefallenen Welt ertragen zu können und innerlich zu denken: „Naja, ich bin ja gerettet und irgendwann – in der Ewigkeit – wird dann auch wirklich alles besser.“?

Ich kann verstehen, dass den Korinthern das nicht genug ist, dass sie neben schönen Trostworten auch etwas von der Kraft Gottes sehen möchten. Ich sehe wenig von dieser Kraft, bei mir und bei anderen. Im griechischen steckt hinter dem Wort Kraft der Ausdruck „dynamis“. Von dieser Dynamik Gottes erlebe ich nichts. Ich sehe kein Dynamit, das Tod und Teufel einfach wegsprengt. Ich sehe nur ein paar heruntergebrannte und flackernde Kerzen. Ich erlebe nur viel Langeweile und Bequemlichkeit. Ich höre nur viele Worte, leere Worte. Ja, geredet (und gebloggt) wird viel. Aber das Reich Gottes steht nicht in Worten, sondern in Kraft. Wie zeigt sich diese Kraft? Warum schaffen wir es nicht, anstatt ein paar flackender Kerzen die Sprengkraft von Gottes Dynamit anzuzünden?

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2 Gedanken zu „1. Korinther 4, 14-21 – Dynamit“

  1. guuuute Frage. Warum schaffen wir das nicht? Vielleicht sind wir zu lasch, zu träge, zu faul, zu bequem, haben zu wenig glaube, vertrauen,… Naja, keine Ahnung ich will sie auch, die Kraft und denke irgendwie, das ich selbst dran schuld bin, das ich nichts davon merke.

  2. Vielleicht haben wir Angst davor. Denn wenn man Dynamit anzündet, dann kann einem alles um die Ohren fliegen, dann kann unser ganzes gemütliches Leben als Christ auf den Kopf gestellt werden…
    Vielleicht sieht die Kraft Gottes auch anders aus, als wir uns das vorstellen. Ich erlebe SEINE Kraft zur Zeit nicht darin, dass ich als strahlender Sieger durch’s Leben geh, sondern darin, dass ich die nächsten zwei Schritte durch die Dunkelheit gehen kann, ohne zusammen zu brechen…

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