1. Korinther 4, 1-5 – Gilt das auch für mich?!?

Noch mal Thema Gericht: Die Korinther sollen nicht richten, weil Gott richten wird. „Ja, da stimm ich zu – das geht mir so auf den Keks, dass wir Christen uns gegenseitig immer so fertig machen müssen.“ Leider bin ich – zumindest in Gedanken – auch immer feste dabei. 🙁 Dann geht’s weiter damit, dass Gott einmal alles ans Licht bringen wird: alles was im Finstern meiner Person verborgen war, das innerste Trachten meines Herzens wird auf dem Operationstisch ans grelle Licht gebracht und fein säuberlich untersucht. „Oh nein, das wird ja mehr als beschämend und peinlich, das wird schrecklich!“

Aber dann schiebt Paulus noch mal einen Satz nach: „Dann wird einem jeden von Gott sein Lob zuteil werden.“ (1. Kor. 4,5b) — Stutz — Noch mal lesen: „Dann wird einem jeden von Gott sein Lob zuteil werden.“ — „steht tatsächlich so da: Sein Lob. Krass! Ich hab erwartet: Sein Urteil, oder seine Strafe, aber Paulus sagt: sein Lob. Es geht im Gericht nicht nur um Strafe, Verurteilung, Blosstellung und Offenbarung dieser ganzen häßlichen und widerlichen Sünde, die in einem jeden von uns steckt – nein, es geht auch um das Gute, um meine Sehnsucht nach Liebe, um meine Sehnsucht mehr für Gott da zu sein, um meinen Schmerz über Ungerechtigkeit, um mein Mitleid mit den zerschlagenen und geschundenen Seelen, um meine gutgemeinten Tröstungsversuche, um meine Bemühungen ein bisschen Gott in diese Welt zu bringen und um all die vielen anderen unperfekten Versuche ein Diener Christi zu sein. Das wird gelobt werden. Wow! Gilt das auch für mich?!?“

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