1. Korinther 3 – Feuerprobe

In diesem Kapitel geht Paulus ausführlicher auf die unterschiedlichen Leitungspersönlichkeiten ein, die die Gemeinde in Korinth geprägt haben. Für ihn ist es ein Zeichen von geistlicher Unreife wenn sich in einer Gemeinde unterschiedliche „Fangruppen“ für bestimmte christliche Persönlichkeiten ausbilden und die sich gegenseitig bekämpfen. Jeder Leiter hat von Gott seine Aufgabe bekommen und soll die so gut wie möglich erledigen. Was letztendlich daraus wächst ist Gottes Sache: Er schenkt das Gedeihen. Und Gott ist es auch, der unsere Werke beurteilen wird – das ist nicht unsere Aufgabe.

Spannend in diesem Kapitel finde ich vor allem, wie Paulus das Thema Gericht und Gnade aufdröselt. Wir stehen da ja im Dilemma: Wir betonen zurecht, dass niemand durch seine Werke vor Gott gerecht wird. Rettung im letzten Gericht gibt es nur aus Gnade – wer Jesus vertraut, dem schenkt Gott das Heil. Aber das bedeutet dann eigentlich im Umkehrschluss, dass es völlig egal ist was wir tun und wie wir leben – solange wir an Christus glauben, ist alles okay. Aber Paulus macht hier deutlich, dass trotzdem im Gericht auch die Werke beurteilt werden. Es gibt nicht nur die Frage: „Hast du Jesus vertraut?“, sondern auch die Frage: „Was hast du für Jesus getan?“. Paulus gebraucht das Bild vom Feuer für das Gericht: Unsere Werke werden im Feuer geprüft: Es wird sich dann zeigen, was Bestand hat und was nicht. „Wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden leiden; er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer hindurch.“ (1.Kor.3,15) Wir können also auch trotz fehlender oder schlechter Werke gerettet werden – aber nur mit knapper Not (so könnte man die Redewendung „durchs Feuer hindurch“ übertragen).

Es wird peinlich werden! Es wird beschämend werden! Auch für mich. Ich werde wahrscheinlich am liebsten im Erdboden versinken wollen. Aber vielleicht werden wir auch manches Gute erkennen können, was wir heute noch gar nicht sehen. Aber danach wird Jesus meine Brandwunden verbinden, mein Angesicht aufrichten, mir in die Augen schauen und sagen: „Willkommen zu Hause!“

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