1. Korinther 12, 12-31 – Zungenrede

Ich kann bis heute nicht nachvollziehen, warum manche behaupten, dass jeder Christ die Gabe der Zungenrede haben muss oder haben sollte. Von manchen wird diese Gabe ja als DAS Zeichen des Erfülltseins mit dem Heiligen Geist gesehen. In dem Abschnitt hier von Paulus wird doch sonnenklar, dass es eben unterschiedliche Gaben gibt, so wie es unterschiedliche Glieder an einem Leib gibt. Nicht jeder muss alles können, sondern jeder hat seine besonderen Gaben, die für den Leib insgesamt wichtig sind. Man kann gerade nicht eine Gabe heraus heben und sagen: Das ist wichtiger als alles andere und nur wer das hat, hat auch wirklich den Heiligen Geist.

In den Versen 28-30 schreibt Paulus ja ganz pointiert, dass Gott Menschen zu unterschiedlichen Aufgaben einsetzt und mit unterschiedlichen Gaben ausstattet. Er stellt eine Reihe von rhetorischen Fragen: „Sind alle Apostel? Sind alle Propheten?…“ Und dann eben auch die Frage: „Reden alle in Zungen?“ – Natürlich nicht, denn sonst würde ja seine ganze Argumentation von den unterschiedlichen Gliedern an dem einen Leib über den Haufen geworfen werden. Wenn man diesen Text anders lesen will, dann muss man ihn schon sehr verbiegen…

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