1. Korinther 11, 2-11 – Paulus, der Chauvinist

Mann und FrauWas sollen wir nun hierzu sagen???? Der Mann “ ist Gottes Bild und Abglanz; die Frau aber ist des Mannes Abglanz.“ (1.Kor.11,7) Das würde ich am liebsten aus meiner Bibel rausschneiden! Klar, man kann manches erklären und verständlicher machen: In der damaligen Zeit hatten die Menschen mit solch einem Satz keine Probleme. Paulus hätte nicht im Traum daran gedacht, dass wir Heutigen an diesen Worten solch einen Anstoß nehmen. Er lebte in einer patriarchalischen Gesellschaft und diese Gesellschaft war für ihn vom Alten Testament und der Schöpfungsgeschichte her auch vorgegeben. Und man kann auch ergänzen, dass er diese Aussage ein paar Verse später relativier (oder ihr eigentlich widerspricht): „Doch in dem Herrn ist weder die Frau etwas ohne den Mann noch der Mann etwas ohne die Frau.“ (1.Kor.11,11) Daraus spricht eine prinzipielle Gleichwertigkeit von Mann und Frau, ohne dass eine Seite über die andere gestellt wird. Für die damalige Zeit eine erstaunliche Aussage.

Aber trotzdem: Warum muss V.7 auch in unserer Bibel stehen? Ich kann ja verstehen, dass Paulus solche Gedanken hatte, aber warum hat Gott zugelassen, dass so etwas in unsere Bibel kommt? Man kann es sich einfach machen und sagen: Das war halt eine kulturbedingte Aussage des Paulus und darum gilt sie heute nicht mehr. Theologisch schwierig ist aber, dass Paulus gerade nicht von der Kultur her argumentiert, sondern von der Schöpfung her – und die war vor aller menschlichen Kultur… 🙁


(Foto: pixelio.de|geralt)

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2 Gedanken zu „1. Korinther 11, 2-11 – Paulus, der Chauvinist“

  1. Wieso einfach?!? Das ist doch gerade mein Punkt: Ich möchte es mir nicht so einfach machen und die Aussage als kulturbedingten Ausrutscher des Paulus beiseite schieben. Denn mit dem Kultur-Argument kann man so ziemlich alles, was einem nicht so richtig passt aus unserer Bibel heraus streichen. Deswegen hab ich im Konjunktiv davon gesprochen, dass ich die Stelle eigentlich gerne rausschneiden würde…
    Gerade weil ich diese Aussage als Wort Gottes lese, tu ich mich schwer damit. Nicht nur weil das zu meinem Gottesbild nicht passt, sondern auch weil Paulus selbst ja in V.11 oder auch in Gal.3,28 Mann und Frau gleichwertig auf eine Ebene stellt. Wie kann man dann gleichzeitig davon sprechen, dass die Frau nur der Abglanz des Mannes ist?
    Vielleicht ist ja auch die Überschrift etwas zu reißerisch (Bild-Zeitung lässt grüßen 😉 ) und überdeckt mein inneres Ringen mit dieser Stelle…

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