1. Korinther 10, 14-22 – Schade eigentlich

Was war da nur los in Korinth? Da gab es die einen, die solche Angst vor den heidnischen Göttern hatten, dass sie es nicht wagten Fleisch von Götzenopferfeiern zu essen (vgl. Kap.8 ) und dann gab es anscheinend welche, die keine Probleme damit hatten, an solchen Götzenopferfeiern sogar teilzunehmen. Oder warum sonst schreibt Paulus hier eine Warnung, dass man nicht am Tisch der bösen Geister teilhaben soll? Da muss es ganz schön abgegangen sein in der Gemeinde in Korinth: Verschiedene Lager, die sich auf unterschiedliche christliche Leiter beriefen, Streit um moralische Richtlinien, Meinungsverschiedenheiten im Umgang mit heidnischen Göttern… Klingt alles nicht sehr harmonisch.

Wir entwerfen ja gerne ein heiles und idyllisches Bild der Urkirche. Wir meinen, dass ganz am Anfang noch alles okay war und noch nicht durch kirchliche Dogmen und Traditionen verdorben. Aber wenn man die Korintherbriefe anschaut, dann kommt man zu einem anderen Bild: Es gab von Anfang an heftige Streitigkeiten (zumindest in der Gemeinde in Korinth). Schon von Anfang an waren die Christen nicht immer „ein Herz und eine Seele“ (Apg.4,32). Schade eigentlich… Aber auch irgendwie tröstlich: Die hatten damals genauso Probleme und Kämpfe wie wir heute in den Gemeinden.

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Foto: pixelio.de|hofschlaeger

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