1. Johannes 3, 18-24 Anspruch und Zuspruch

Johannes betont im ganzen Kapitel sehr stark unser konkretes Handeln: wir sollen nicht nur mit Worten lieben, sondern auch und vor allem mit Taten (V.18). Er weiß aber auch um die Grenzen unseres Handelns. In unserem Herzen (das entspricht nach heutigem Sprachgebrauch unserem Gewissen) werden wir immer wieder feststellen, dass wir in unserem Bemühen um Liebe Fehler machen. Gegen diese menschliche Schwäche und Gewissensnot betont Johannes die Größe Gottes, denn es gilt, dass „wenn uns unser Herz verdammt, Gott größer ist als unser Herz und erkennt alle Dinge.“ (V.20)

Das soll aber keine billige Entschuldigung sein– nach dem Motto: „Ich schaff das eh nicht, weil ich halt nicht perfekt bin. Dann kann ich’s ja auch gleich bleiben lassen und auf die Gnade Gottes vertrauen.“ Nein, es ist Trost für denjenigen, der sich wirklich bemüht und dabei immer wieder an seine Grenzen stößt. Auch hier wird der Anspruch (ein Leben der Liebe zu führen) nicht durch den Zuspruch (Gott vergibt unser Versagen) aufgehoben.

| Bibeltext |

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