1. Johannes 2, 1-6 Sünde ernst nehmen

Genial wie differenziert hier Johannes den Umgang mit Sünde beschreibt. Es ist für ihn klar, dass auch Christen in der Gefahr stehen zu sündigen. Deswegen betont er: „Wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist. Und er ist die Versöhnung für unsere Sünden, die nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt.“ (V.1b.2) Was für ein Zuspruch und welch ein Trost! Aber natürlich nur für den, der auch realistisch damit rechnet, dass er auch als Christ noch versagt und Sünde begehen kann.

Auf der anderen Seite betont Johannes klar, dass er das nicht schreibt, um uns in falscher Sicherheit zu wiegen und damit wir die Sünde auf die leichte Schulter nehmen können: „Dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt.“ (V.1a) Auch wenn wir realistisch mit der Möglichkeit rechnen zu sündigen, so muss doch unser ernsthaftes Ziel bleiben, Sünde zu vermeiden. Johannes hängt diesen Anspruch an uns sehr hoch: „Wer sagt, dass er in ihm [Jesus] bleibt, der soll auch so leben wie er gelebt hat.“ (V.6)

Diese Differenzierung gefällt mir: Wer auf frömmlerische Weise meint, als wiedergeborener oder geisterfüllter Christ macht er keine Fehler mehr und er ist gegenüber Anderen immer im Recht (weil ja Gott auf seiner Seite steht) ist genauso auf dem Holzweg wie der weitherzige, liberale Christ, für den Sünde nichts Schlimmes ist, weil ja sowieso schon alles vergeben ist. Beide Extreme nehmen die Sünde nicht wirklich ernst.

| Bibeltext |

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