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Wie ein Windhauch … ein sanftes, stilles Sausen, so ist Gott in meinem Leben. Wie ein windhauch … vergänglich und flüchtig, sind all meine Worte und Gedanken.
— ein blog, der vergeblich versucht, den windhauch Gottes zu fangen —

Alles hat seine Zeit…

… Reden hat seine Zeit, Schweigen hat seine Zeit;
Arbeiten hat seine Zeit, Urlaub hat seine Zeit;
Bloggen hat seine Zeit, Nicht Bloggen hat seine Zeit…

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Henning Mankell: Die italienischen Schuhe

Ein alter, eigenbrötlerischer und schweigsamer Mann, der durch eine frühere Liebe aus der inneren Einsamkeit geholt wird. Der frühpnesionierte Arzt hat sich nach einem schweren beruflichen Fehler zurück gezogen auf eine einsame schwedische Insel. Sein einziger regelmäßiger Kontakt zur Außenwelt ist der Postbote. Er ist nicht gerade sympathisch und steckt voller innerer Probleme. Am lebendigsten fühlt er sich, wenn er den Schmerz fühlt, der ihn beim täglichen Baden im Eis überwältigt.

Diese fragile Ruhe seines Lebensabends wird aus dem Gleichgewicht gebracht, als eines Tages die ehemalige Liebe seines Lebens auftaucht. Er hat sie in jungen Jahren ohne offensichtlichen Grund und ohne Erklärungen verlassen – seitdem hatte er keinen Kontakt mehr zu ihr. Diese Frau ist nun todkrank und taucht bei dem einsamen Eigenbrödler auf.

Eine schöne Geschichte, gut erzählt mit einer Hauptperson, die eigentlich ziemlich unsympathisch ist. Trotzdem kommt man dem alten Mann im Lauf des Buches näher, erahnt seine Angst vor Bindungen und hofft mit ihm, dass er aus seiner Einsamkeit und seinem Unfrieden (auch mit sich selbst) heraus findet. Gefallen hat mir v.a. die Figur des Postboten: ein neugieriger und hypochondrischer Mensch, den man trotz seiner aufdringlichen Art lieb gewinnt.

Insgesamt wirkt die Geschichte auf mich etwas konstruiert. Da werden viele ungewöhnliche und schwere Lebensschicksale in eine Geschichte zusammen gerührt. Mankell hat es offensichtlich darauf angelegt auf die Gefühlsdrüse zu drücken. Bei mir ist ihm das auch an manchen Stellen gelungen. Z.B. als die totkranke ehemalige Geliebte noch einmal ein Sommerfest feiern darf… Sehr gelungen diese Szene.

Kohelet 3, 16-24 Diesseitiger Glaube

Das Alte Testament kennt in weiten Teilen keine Auferstehungshoffnung. Was zählt ist das irdische Leben und Gottes Wirken im Hier und Jetzt. Das wird auch an diesem Text deutlich. Das macht ja auch etwas von dem etwas pessimistischen Grundcharakter des Kohelet aus: Dem Menschen geht es nicht besser wie dem Vieh – irgendwann sterben alle. “Es ist alles aus Staub geworden und wird wieder zu Staub.” (V.20) Natürlich kennt Kohelet die griechische Lehre vom unsterblichen Seelenfunken des Menschen, der nach dem irdischen Tod auffährt in die göttliche Welt. Aber dazu äußert er sich skeptisch: “Wer weiß, ob der Odem der Menschen aufwärts fahre und der Odem des Viehes hinab unter die Erde fahre?” (V.21) Nichts genaues weiß man nicht…

Der alttestamentliche Glaube ist dadurch sehr viel diesseitiger ausgerichtet. Es wird mehr nach Gottes Gerechtigkeit und seinem Wirken auf dieser Welt gefragt. Und Kohelet kommt zu dem logischen Schluss, dass es nichts besseres gibt, als dass man es sich auf dieser irdischen Welt gut gehen lässt.

Ich bin froh, dass wir das Neue Testament haben, dass wir Hoffnung über den Tod hinaus haben, dass das Irdische nicht das Letzte ist. Aber wir dürfen auch nicht nur auf die Jenseitshoffnung blicken (nach dem Motto: “Irgendwann wird Gott schon all den Mist in Ordnung bringen”). Gott wirkt nicht nur nach dem Tod, sondern auch jetzt schon. Es ist seine Welt, die er geschaffen hat und in der er wirksam ist. Als Korrektiv tut uns diese alttestamentliche Fixierung auf das Irdische ganz gut.

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Kohelet 3, 9-15 Spaßgesellschaft?!

Gar nicht so leicht zu verstehen, was der Prediger eigentlich sagen will. Aber ich glaube, es geht in folgende Richtung: Versuche nicht die großen Dinge und Zusammenhänge zu verstehen. Dafür ist Gott zuständig. Auch wenn wir das manchmal nicht kapieren und durchschauen, wird er dafür sorgen, dass alles zur richtigen Zeit passiert (V.11: Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit).

Was wir tun können und sollen ist, dass wir uns an den “kleinen Dingen” freuen: Fröhlich sein, gemütlich tun, essen und trinken, guten Mutes sein (V.12-13). Auch das ist ein Geschenk Gottes. Genieße, was du hast und zerbrich dir nicht dauernd den Kopf über Dinge, die du nicht verstehst.

Wobei ich ergänzen würde, dass es schon ganz sinnvoll sein kann, auch mal über die großen Dinge (wie z.B. dem Sinn des Lebens) nachzudenken. Auch der Prediger hat das ja getan und ist erst durch diese Überlegungen hindurch zu seinem Fazit gelangt. Wenn man von Anfang an nur an Spaß und einen vollen Bauch denkt, dann kann das auch schief gehen…

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Weniger ist mehr

Ja, das Design von windhauch hat sich verändert. Es ist … weniger geworden. Ganz bewusst. Zum einen, weil ich schnelle Webseiten mag. Webseiten, die nicht erst tausende von blinkenden und bunten Extras laden müssen, sondern die schlank und schnell sind. Zum anderen hat das aber auch inhaltliche Gründe.

In den letzten Monaten habe ich immer wieder erfahren: Weniger ist mehr. Es ist sinnvoll, ja letztendlich bereichernd, auf das Wesentliche konzentriert zu sein, anstatt mit allem möglichen Unwichtigen beschäftigt zu sein (nicht dass mir das praktisch immer gelingt, aber in der Theorie hab ich es zumindest begriffen ;) ). Bei windhauch geht es mir vor allem um Inhalte, um Worte. Gottes Wort und meine Gedanken dazu soll im Mittelpunkt stehen. Das soll durch das neue Design noch deutlicher werden.

In unserer Welt und ganz besonders am Computer und im Internet gibt es so viele Dinge, die unsere Aufmerksamkeit fordern, die uns ablenken, die um Beachtung buhlen. Es gib so vieles, was man ansehen, lesen, ausprobieren, kurz mal anklicken kann, … Wir verbringen Stunden damit. Und zwar nicht Stunden mit Nichtstun (das wäre vielleicht mal ganz angebracht), sondern Stunden, Tage, halbe Ewigkeiten mit Nichtigkeiten, mit Nebensächlichem.

Manches ist von der Startseite verschwunden, dort stehen die neusten Artikel im Mittelpunkt. Die Blogroll ist auf eine eigene Seite gewandert. Auf der “Übersicht” tauchen die neuesten Kommentare, das Monatsarchiv und die Schlagwortübersicht. Die Suchfunktion ist nun am Ende jeder Seite zu finden. Viele Icons sind verschwunden und durch Textlinks ersetzt worden. Ich hoffe dass euch das Weniger auch mehr gefällt. Ihr dürft aber gerne auch anderer Meinung sein und das in den Kommentaren äußern… ;)

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Kohelet 3, 1-8 Alles hat seine Zeit

Der wohl bekannteste Abschnitt aus Kohelet. Ein Text, der nicht nur Christen anspricht, sondern auch andere Menschen. Denn es geht um eine menschliche Grunderfahrung: Wir haben die Zeit nicht in unseren Händen. Trotz aller Terminplanung und allem Zeit-Management – wir machen immer wieder die Erfahrung, dass wir nicht Herr über die Zeit sind. Das Wesentliche im Leben können wir nicht bestimmen, herbeiführen und zeitlich einplangen, sondern es widerfährt uns.

Für mich ist klar, dass Gott derjenige ist, der alles zur rechten Zeit geschehen lässt. Auch wenn ich das nicht immer verstehe, ist mir das viel lieber als davon auszugehen, dass alles nur Zufall und blindes Schicksal ist. Alles hat seine Zeit und meine Zeit steht in Gottes Hand…

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Kohelet 2, 24-26 Ein Hoffnungsschimmer

Na endlich mal was Positives! “Ist’s nun nicht besser für den Menschen, daß er esse und trinke und seine Seele guter Dinge sei bei seinem Mühen?” (V.24) Ja klar, das hört sich doch gut an! Allerdings schränkt der Prediger gleich wieder ein: Auch das ist nichts, was wir uns erarbeiten können, was wir irgendwie “machen” können, sondern es kommt aus Gottes Hand. D.h. es ist Gnade, wenn ein Mensch in seiner Seele wirklich guter Dinge sein kann. “Denn wer kann fröhlich essen und genießen ohne ihn? Denn dem Menschen, der ihm gefällt, gibt er Weisheit, Verstand und Freude.” (V.25f) Ein fröhliches, zufriedenes Leben ist ein Geschenk Gottes und nicht Frucht meiner eigenen Lebensweisheit.

Und dann kommt noch mal eine Einschränkung: “Auch das ist eitel und Haschen nach Wind.” (V.26) Also selbst ein fröhliches und genußvolles Leben, das von Gott geschenkt wird, hat letztendlich nichts Bleibendes. Es ist irgendwann vorbei und es bleibt nichts davon.

Deprimierende Aussagen?! Ja durchaus! Mit knallharter Nüchternheit analysiert der Prediger unser irdisches Leben. Aber für mich steckt darin auch etwas Entlastendes: Nimm dich selbst nicht so wichtig! Ob es dir jetzt gut oder schlecht geht, spielt letztendlich keine so große Rolle. Wenn’s dir gut geht: “Freu dich! Und genieße es ohne schlechtes Gewissen!” Wenn’s dir schlecht geht: “Mach dir nichts draus. Gott kann das schnell wieder ändern.” Nimm die Dinge wie sie kommen und mach das Beste daraus!

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